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Biologische Verfahren zur Strahlenschutzvorsorge bei Radionuklidbelastungen (BioVeStRa)

BioVeStRa
BioVeStRa

Pflanzen, die auf radioaktiv belasteten Böden wachsen, nehmen über ihr Wurzelwerk kontinuierlich Radionuklide aus dem Boden auf. Hierdurch entsteht das Risiko des Eintrags radioaktiver Stoffe in die Nahrungskette des Menschen (Ingestionspfad). Mechanismus und Ausmaß des Radionuklidtransfers vom Boden in die Pflanzen sind daher von großem Interesse in der Radioökologie. Im Rahmen des BioVeStRa-Projektes wird untersucht, welchen Einfluss der gezielte Einsatz von bodenlebenden Pilzkulturen (Mykorrhiza und nicht-Mykorrhiza) auf den Transport von Radionukliden in die Pflanzen hat. Während das Potential von Pilzen für die Akkumulation und Fixierung von Cäsium bereits vergleichsweise gut erforscht ist, sind viele Fragen in Bezug auf weitere dosisrelevante Nuklide noch offen.  Hier ist insbesondere das Strontium-90 zu nennen, welches aufgrund seiner physikalischen und biologischen Eigenschaften in hohem Maße strahlenschutzrelevant ist und daher einen wichtigen Schwerpunkt in den Untersuchungen des Projektes darstellt.

Neben Topfexperimenten an Modellböden + Pflanzen/Pilzen, welche in Klimaschränken unseres Radionuklidlabors durchgeführt werden, besteht dank einer engen Kooperation mit dem ukrainischen Forschungsinstitut SEAPGEM1 im Rahmen des Projektes die seltene Gelegenheit, einen testweisen Anbau von Pflanzen/Pilzen innerhalb der Sperrzone von Tschernobyl durchzuführen und analytisch zu begleiten. In diesem sehr interdisziplinären (Strahlenphysik, Biotechnologie, Chemie, Bodenkunde) Forschungsprojekt arbeitet das IRS darüber hinaus eng mit seinen deutschen Kooperationspartnern von HZDR2, VKTA3 und FSU4 zusammen um ein umfassendes Bild für den möglichen Einsatz von Pilzkulturen zur Fixierung von Radionukliden in Böden und der Beeinflussung des Radionuklidtransfers in Pflanzen zu gewinnen. Die gewonnenen Erkenntnisse können als Grundlage für zukünftige Sanierungskonzepte belasteter Böden herangezogen werden und langfristig einen Beitrag zur Nahrungsmittelsicherheit, auch auf weniger belasteten Böden, liefern.

Zusammenarbeit

Aktivitäten

  • Bodenprobennahme und Festlegung eines Versuchsfeldes in der Tschernobyl Sperrzone. Kurzfilm auf YouTube.
  • Bepflanzung des Versuchsfeldes in der Tschernobyl Sperrzone. Kurzfilm auf YouTube.
  • Ernte und Neubepflanzung des Versuchsfeldes in der Tschernobyl Sperrzone. Kurzfilm auf YouTube.

Förderung

Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung.
Förderkennzeichen: 02S9276D
Laufzeit 01.05.2016 - 30.04.2019